Kunstmuseum St.Gallen: Wiederöffnung mit zwei neuen Ausstellungen und erweiterten Öffnungszeiten im März

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Das Kunstmuseum St.Gallen kann seine Türen nach der Corona-bedingten Winterpause wieder öffnen und präsentiert zwei neue Ausstellungen: Ab dem 1. März ist in der Kunstzone der Lokremise Città irreale und ab dem 2. März im Kunstmuseum ERKER Galerie – Edition – Verlag zu sehen. Gleichzeitig ist das Kunstmuseum neu im März von Dienstag bis Freitag bis 20 Uhr geöffnet: eine Willkommensgeste des Museums für Kunstliebhaberinnen und -liebhaber, um ihnen ein Stück der entgangenen Besuchszeit zurückzugeben und gleichzeitig ein zusätzliches Zeitfenster für Berufstätige, die den Feierabend mit Kunst beginnen möchten.

ERKER – ein Stück St.Galler Stadt- und Kulturgeschichte
Die Erker-Galerie von Franz Larese (1927–2000) und Jürg Janett (1927–2016) steht für den Aufbruch einer weltoffenen Stadt St.Gallen. Exponenten des Expressionismus und der Klassischen Moderne bilden die Basis der Werke der beiden Galeristen, die seit 1958 in wegweisenden Ausstellungen zur Nachkriegsmoderne und einer grossartigen Fülle von Editionen und Büchern kulminierte. Die beiden Galeristen haben nicht nur die St.Galler Stadtgeschichte und die lokale Kunstszene beeinflusst – in der Erker-Galerie wurde in den 1960er und 1970er Jahren europäische Kunstgeschichte geschrieben.
Die Idee, bedeutende Autorinnen und Autoren mit wichtigen zeitgenössischen Kunstschaffenden in einen Dialog treten zu lassen, war äusserst fruchtbar. Der Kreis führender Kunstschaffender von Hans Arp bis Günther Uecker, die Reihe von Autoren und Philosophen von Friedrich Dürrenmatt bis Martin Heidegger, die mit der Erker-Galerie verbunden waren, sind legendär. Galerie, Presse und Verlag – eine einzigartige Mischung, die zu ökonomischem Erfolg mit breiter künstlerischer Wirkung führte.
Werke aus der privaten Sammlung von Franz Larese und Jürg Janett, die dem Kunstmuseum St.Gallen 2007 und 2017 geschenkt wurden, sind nun erstmals im Überblick zu sehen. Von Otto Dix über Sophie Taeuber-Arp, Antoni Tàpies und Hans Hartung bis hin zu Günther Uecker wird die Nachkriegsmoderne in beeindruckender Fülle im Kunstmuseum St.Gallen präsent sein: die Geschichte der Erker-Galerie von Franz Larese und Jürg Janett im Spiegel ihrer privaten Kunstsammlung.

Città irreale – Aufbaudokumentation und theatralischer Audiowalk
Zwischen Januar und Februar hat das Technik-Team des Kunstmuseums St.Gallen, gemeinsam mit einigen Kunstschaffenden und der Kuratorin Nadia Veronese, viele Einzelteile – von grossen Tunnel-Wänden bis hin zu kleinteiligen Flugkabinenelementen – zusammengebaut. Die aufwändigen Aufbauarbeiten insbesondere an den Werken von Bob Gramsma und Sara Masüger wurden in filmischen Sequenzen festgehalten. Interessierte können dadurch den technischen Mitarbeitenden und Kunstschaffenden wortwörtlich «über die Schulter» sehen und sich ein Bild davon machen, was es bedeutet eine «Città» in einem einzigartigen Ausstellungraum wie der Kunstzone einzubauen: www.kunstmuseumsg.ch/citta-irreale.
Ab dem kommenden Montag ist es für Besucherinnen und Besucher erstmals möglich, die Ausstellung in der Kunstzone zu besichtigen. Ab dem 6. März kann Città irreale zusätzlich mit dem gleichnamigen theatralischen Audiowalk entdeckt werden, der aus einer Kooperation mit dem Theater St.Gallen heraus entstanden ist.
Im Audiowalk können Besucherinnen und Besucher der Ausstellung über Kopfhörer erleben, wie die Landschaft vergangener Utopien und Dystopien zu neuem, fiktivem Leben erwacht. Die Kunstobjekte werden zu Reflektionsräumen einer «Città irreale», einer Stadt, die es nicht gibt, aber geben könnte.

Jahresprogramm 2021 in der Transformation
Die Corona-Pandemie und Schliessung der Museen hatte auch in diesem Jahr einen Einfluss auf das Programm des Kunstmuseums St.Gallen. Aufgrund der aktuellen Situation werden einige Ausstellungen in diesem Jahr verschoben. Veranstaltungen und Führungen sind leider weiterhin nicht gestattet. Das Café im Kunstmuseum ist bis auf Weiteres geschlossen.

Informationen zu den Ausstellungen können tagesaktuell auf der Website des Kunstmuseums unter www.kunstmuseumsg.ch/programm2021 abgerufen werden.

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